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Neuartiges Wachkoma- Befundverfahren erstmals in „Haus Christophorus“ getestet

  • Das neuartige Verfahren zur Wachkoma-Befundung kam in Haus Christophorus zum Einsatz. Foto: Foppe
24.11.17,

Erstmals konnte das Therapeutenteam der Alexianer-Pflegeeinrichtung „ Haus Christophorus“  mit Hilfe eines neuartigen Wachkoma-Befundverfahrens arbeiten.   Das System, das von einem österreichischen Medizintechnik-Unternehmen entwickelt wurde und nunmehr weltweit getestet wird, ermöglicht es, neue Erkenntnisse über die Wahrnehmung und das Bewusstsein von Patienten zu treffen, die sich nach schweren Hirnschädigungen im Syndrom reaktionsloser Wachheit, dem so genannten Wachkoma befinden.

Spenden erhofft

Das Therapeutenteam unter Leitung von Alireza Sibaei führte unter Anleitung von g.tec-Mitarbeiterin Katrin Mayr die ersten Testungen durch. Eine spezielle EEG-Haube maß dabei die Hirnaktivitäten, während der Patient durch sanfte Vibrationen an den Händen stimuliert wurde oder sich auf bestimmte Töne konzentrieren sollte.  Das Verfahren „mindBEAGLE“ ermöglicht es auch, die gedankliche Vorstellung einer Bewegung durch den Probanden genau zu messen. „Durch fehlende Reaktionen des Erkrankten ist es je nach Ausmaß der Hirnschädigung häufig sehr schwer, eine exakte Aussage über den Zustand des Patienten zu treffen. Mit diesem neuartigen Verfahren können wir weitere Erkenntnisse über die genaue Wahrnehmung und das Bewusstsein des Betreffenden erhalten“, sagte Alireza Sibaei, der am Standort der Alexianer Köln auch das Deutsche Institut für Wachkoma-Forschung (DIWF) leitet. Schon am Testungstag kam es für einige anwesende Angehörigen zu emotionalen Momenten, konnten sie doch erstmals nach der schweren Erkrankung ihres Angehörigen miterleben, dass eine Kommunikation auch durch taktile Reize oder die Kraft der Gedanken möglich ist.  „Der MindBEAGLE öffnet Türen für ein besseres Verständnis zwischen den Patienten, den Therapeuten und den Angehörigen. Ich bin total beeindruckt von dem Verfahren, das keinen operativen Eingriff erfordert und nicht nur zum Testen, sondern auch zum Training genutzt werden kann. Ich freue mich zu sehen, dass meine Mutter ihre Umgebung doch mehr wahrnimmt und auch die Möglichkeit hat, Rückmeldungen zu geben“, betonte  Angehörige Lisa Hillgers. Nunmehr hofft das Team, durch Spenden das Gerät dauerhaft erwerben zu können. (kv)

Weiter Informationen und Erfahrungsberichte findet man auf der Website  www.diwf.org

Das Haus Christophorus ist eine vollstationäre Pflegeeinrichtung, in der 24 Menschen ab 18 Jahren im Wachkoma oder mit anderen schweren neurologischen Störungen betreut werden.

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