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Demenzerkrankte Bewohner der Alexianer-Pflegeeinrichtung „Haus Monika“ erlebten ganz besonderes Theaterspiel

  • Theaterpädagogin Jessica Höhn (M.) weckte die kreative Kraft der demenzerkrankten Bewohner von Haus Monika. Mit auf dem Foto eine ehrenamtliche Helferin. Foto: Alexianer/Daniels
04.04.18,

Dass ein Kissen weit mehr sein kann als eine bequeme Kopfablage erlebten gerade vier Bewohner der Alexianer-Pflegeeinrichtung „Haus Monika“. Drei Monate lang haben sie am Theaterprojekt „Spielmomente – Theaterspiel für Menschen mit Demenz“ der Theaterpädagogin Jessica Höhn teilgenommen.  Dank der Förderung  der Deutschen Stiftung für Demenzerkrankte ließen sich die demenzerkrankten Männer und Frauen  einmal in der Woche von der gelernten Schauspielerin und mit Unterstützung zweier  Helferinnen aus dem Ehrenamtsteam von „Haus Monika“ anregen, ihren Impulsen und Eingebungen freien Lauf zu lassen. Als Requisiten brauchte es nicht viel: Ein ausrangiertes Telefon, ein aufgeregtes Mariechen, das eigentlich nur ein Handschmeichler aus buntem Stoff war, ein großes Tuch in frühlingsfrischem Lindgrün oder eben ein mausgraues Kissen.  Jessica Höhn lud die Mitwirkenden ein, ihre Phantasie auf Reisen zu schicken. Und schon versetzten sich die Mitspielerinnen und Mitspieler in die Zeit ihrer eigenen Elternschaft, ihrer Kindheit oder ihres Berufslebens.

Augenblicke des Glücks

Aus der  Gegenwart des Stuhlkreises tauchte plötzlich die Vergangenheit empor und ein lebhaftes Gespräch zwischen Menschen, die vielfach nur noch schweigen, entwickelte sich spontan.  Die Theaterpädagogin weiß, dass Theaterspielen viele biografische Momente in den Mitwirkenden freisetzen kann und auf diese Weise vor allem Demenzerkrankten mehr Lebensqualität verschafft. Wie genau das passiert, wird derzeit im  Forschungsprojekt „TiP.De – Theater in der Pflege von Menschen mit Demenz“  an der  Hochschule Osnabrück untersucht, an dem die Künstlerin und Sozialarbeiterin selbst mitwirkt. Wie positiv das Theaterspiel die Bewohner von „Haus Monika“ beeinflusst hat, war für die Leiterin des Sozialdienstes im Haus, Monika Kreft, deutlich erfahrbar: „Am Anfang weiß man nicht, in welche Richtung  das Theaterspiel führt, doch jedes Mal spürten die  Beteiligten das Glück des Augenblicks, in dem die Krankheit keine Rolle mehr spielt.“

 

 

 

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