Horizonte: Zorn - Ein dunkles Gefühl

Hans-Jürgen Fränzer [Ohne Titel]

14.11.18

„Der Zorn ist die heftigste der Leidenschaften. Er ist ein Aufwallen des erregbaren Teiles der Seele, das sich gegen jemanden richtet, der einen verletzt hat, oder von dem man sich verletzt glaubt. Er reizt ohne aufzuhören die Seele dieses Menschen und drängt sich vor allem während der Gebetszeit ins Bewusstsein. Dabei lässt er das Bild der Person vor seinen Augen aufsteigen, die ihm Unrecht getan hat.“

So beschreibt Evagrius Ponticus, ein christlicher Mönch, den Zorn. Er erklärt auch, dass es in Ordnung sei, dass zornige Gedanken und Phantasien in uns aufsteigen. Doch wichtig sei, dass sie uns nicht beherrschen und so unser Leben verdunkeln.

Helfen könne ein reinigendes Gespräch mit einem vertrauten Menschen oder demjenigen, der den Zorn in uns ausgelöst hat. Kommt es dann zur Vergebung, tun wir uns selbst damit den größten Gefallen, denn nur so werden wir vor Verbitterung bewahrt.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Horizonte-Ausgaben.