Projekt „4 Pfoten für Sie – für gehörlose Menschen mit Demenz“ gestartet

27.01.15

Rund 80.000 Gehörlose leben in Deutschland, allein 1000 von ihnen in Köln. In der Bundesrepublik werden im Schnitt täglich zwei gehörlose Kinder geboren. Noch heute haben gehörlose Menschen in unserer Gesellschaft keinen leichten Stand. Denn während die Kommunikation unter Gehörlosen kein Problem darstellt, da sie sich mit Hilfe der Gebärdensprache oder der Lautsprache, in der man von den Lippen abliest, unterhalten, ist die Verständigung mit Hörenden für beide Seiten in der Regel beschwerlicher. Das Projekt „4 Pfoten für Sie – für gehörlose Menschen mit Demenz“ will dazu beitragen, die Barrieren zwischen gehörlosen und hörenden Menschen auch im Alter weiter abzubauen.  Denn bisher gibt es viel zu wenige Angebote, die die Bedürfnisse und Ressourcen gehörloser Menschen mit Demenz berücksichtigen. Das niedrigschwellige Betreuungsangebot „4 Pfoten für Sie“ in Trägerschaft der Alexianer Köln, will auf den erfolgreichen Erfahrungen des Hunde-Besuchsdienstes für Menschen mit Demenz aufbauen und sie an die besonderen lebenspraktischen und kommunikativen Bedürfnisse gehörloser Menschen anpassen. So sollen nicht nur gehörlose Menschen mit Demenz zukünftig durch speziell geschulte Hundebesitzer besucht werden können. Geplant ist auch die Gewinnung und Schulung gehörloser Menschen als ehrenamtliche Mitarbeiter im Besuchsdienst. Wissenschaftlich begleitet wird das „4 Pfoten für Sie“-Team unter Leitung von Änne Türke dabei vom Fachbereich Pädagogik und Rehabilitation hörgeschädigter Menschen der Universität zu Köln und vom „Kompetenzzentrum für gehörlose Menschen im Alter“ in Essen.  Das Projekt wird vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen und den Landesverbänden der Pflegekassen gefördert.  „Zunächst geht es darum, gehörlose Menschen, die als Hundebesitzer für eine Schulungsteilnahme in Frage kommen können, ausfindig zu machen. Zum Start der Schulungen wird dann natürlich auch ein Gebärdendolmetscher vor Ort sein“, erläutert Änne Türke die nächsten Aufgaben der Projektes. Informationen auch per Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mail erhältlich.